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Ressourcen und Recycling

Die Vorträge von Dr. Ing. Peter Mösle (EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer), Antonino Vultaggio (HPP Architekten GmbH) und Nils Nolting (CITYFÖRSTER architecture + urbanism PartGmbB) zeigten, wie und wo die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen schon heute funktioniert. Aber auch, welche Ansätze die Akteure am Bau zukünftig noch stärker verfolgen müssen, um die überlebenswichtigen Ziele des Klimaschutzes durch verantwortungsvollen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu erreichen. Nur wie?

"Welches grundlegend andere Verständnis von Gebäuden brauchen wir?" lautete daher auch eine der einleitenden Fragen von Moderator Benedikt Kraft (DBZ). Die ersten Antworten darauf gab Peter Mösle. Er stellte das von der EPEA entwickelte "Cradle to Cradle"-Designprinzip vor, das Gebäude als Rohstoffdepots sieht, in denen Materialwerte gebunden werden. Alle Bauteile können später weiterverwertet und müssen nicht als Sondermüll teuer entsorgt werden.

Bei kreislauffähigen Projekten wird der Bauteilkatalog zum "Material Passport". Er sorgt dafür, das alle verbauten Teile dokumentiert und sogar als Unternehmenswerte in Firmenbilanzen eingehen bzw. über neue, internationale Online-Plattformen monetarisiert werden können. Doch dieser neue Ansatz erfordert laut Mösle nicht nur von Anfang an eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten, sondern auch eine neue Fachdisziplin – den Circular Engineer, der die Aspekte des kreislauffähigen Bauens – Schadstofffreiheit, Rezyklierbarkeit, Demontierbarkeit – in allen Projektphasen im Blick hat.

Ein Bauprojekt, an dem auch Mösle als Circular Engineer beteiligt ist, präsentierte Antonino Vultaggio anschliessend im Detail. "The Cradle", das HPP zur Zeit im Düsseldorfer Medienhafen realisiert, setzt die Prinzipien des Cradle to Cradle bereits um. So sorgen sortenreine und giftfreie Materialien nicht nur für die spätere Demontierbarkeit, sondern auch für eine gesunde Arbeitsumgebung.

Neben der Wiederverwertbarkeit stand beim Bau des "Recyclinghauses" von CITYFÖRSTER in Hannover die Wiederverwendung von (regionalem!) Baumaterial im Fokus, was Nils Nolting in seinem Vortrag anhand von vielen Beispielen aufzeigen konnte – vom Schaumglasschotter zur Dämmung der Bodenplatte bis zur Fassade, die mit Holzlatten einer ehemaligen Sauna verkleidet wurde. Passend zum Motto seiner Präsentation: "Es geht darum, Architektur vom Ende zum Anfang zu denken."

von Eric Sturm

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