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Integratives Planen und Bauen

Wenn Bauherrn, Architekten und Fachplaner Hand in Hand planen und bauen, verringern sich Konfliktpotentiale. Unser Autor Eric Sturm beschreibt, wie das funktioniert.

Verzögerungen, juristische Auseinandersetzungen und Schlagzeilen wegen explodierender Baukosten stören nicht nur Steuerzahler, sondern auch die Planer und Bauherren von Großprojekten: "Wir wollen wieder mehr Spaß am Bauen haben", wie Stephan Hansmann (Landesbetrieb Bundesbau Baden-Württemberg) im Panel "Kollaboration neu denken" den Ansatz des integralen Planens und Bauens auf den Punkt brachte.

Zusammen mit Frank Schmid (Staatliches Hochbauamt Ulm), stellte Hansmann ein erstes Großprojekt der öffentlichen Hand vor, das der Bundesbau als "Mehrparteienvertragsmodell" integrativ plant und realisiert. Dabei schliessen Bauherr, Architekten und Fachplaner einen gemeinsamen Vertrag. Dieser "Inner Circle", also die Hauptakteure des Projekts, legen zusammen Projektziele fest, identifizieren Risiken und Optimierungspotentiale. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Konflikte gemeinschaftlich ausgeräumt. Die Vergütung der Beteiligten orientiert sich dabei an den tatsächlich entstehenden Kosten. Das System bietet Anreize in Form von Gewinnbeteiligungen – bei optimalem Projektverlauf. "Ziel ist eine Win-Win-Konstellation für alle Parteien" erläutert Hansmann.

Bei vielen Beteiligten wird in Schadensfällen allerdings stets zuerst gefragt: Wer ist schuld? Doch individuelle Angebote der "Bauspezialversicherer" bieten zielgenaue Lösungen für den projektbezogenen Versicherungsbedarf, wie Rechtsanwalt Michael Halstenberg in seinem Vortrag ausführte. Damit können juristische Auseinandersetzungen und Verzögerungen in partnerschaftlichen Projekten vermieden werden.

Im Idealfall werden Mängel und Risiken bei derartigen Kollaborationen durch "Partnerschaft auf Augenhöhe" deutlich reduziert. Grundlage sollte ein professionelles Teambuilding sein, das Dr.-Ing. Carina Schlabach im dritten Vortrag des Panels skizzierte: Frühzeitig eingeführt, gibt ein kontinuierliches Teambuilding-Programm den Beteiligten Orientierung durch klare Rahmenbedingungen, ist die Grundlage für Konfliktlösungen und schafft eine Arbeitsumgebung, die "motiviert und zufrieden macht".

Auch in der anschließenden Diskussion wurde die soziale und organisatorische Komponente des integrativen Planens und Bauens deutlich, bei der die gemeinsame Verantwortung aller Projektbeteiligten und ein Mentalitätswandel in den Köpfen gefragt ist. Dass dies gelingen kann, darüber waren sich die Vortragenden einig. Und mit BIM steht das passende technische Planungswerkzeug für die integrative Projektabwicklung zur Verfügung.

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