BAU PreView: Produktivität, Bestand und bezahlbares Bauen im Fokus
12. Oktober 2026
- Prof. Marcel Fratzscher: „Mehr Wohnungsbau braucht niedrigere Kosten, schnellere Genehmigungen und höhere Produktivität“
- Einfacher bauen, klüger umbauen: Experten diskutieren Wege aus dem Spannungsfeld von Bedarf, Kosten und Qualität
- BAU Insider präsentierten Leitthemen der BAU 2027
Rund drei Monate vor Beginn der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme gab die BAU PreView Einblicke in die Leitthemen, Schwerpunkte und Neuheiten der BAU 2027. Im Mittelpunkt standen unter anderem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Bauen und Wohnen sowie die Gesprächsrunde „Einfacher bauen, klüger umbauen: Wie lösen wir den Zielkonflikt zwischen Bedarf, Kosten und Qualität?“. Einen ersten Vorgeschmack erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem auf die BLACK BOX, die auf der BAU 2027 Premiere feiert.
Aktuelle Branchenanalysen zeigen, wie groß der Handlungsdruck im Bauwesen ist: Der Bau-Monitor 2026 verweist auf ein Wohnungsdefizit von rund 1,35 Millionen Wohnungen und beschreibt den rückläufigen Wohnungsbau als Belastung für Wirtschaft, Beschäftigung und Wachstum. Gleichzeitig zeigt der Architektur-Trendreport 2026, dass sich auch die Anforderungen an das Wohnen selbst verändern — gefragt sind flexible Grundrisse, multifunktionale Flächen, Energieeffizienz, Wohngesundheit, kreislauffähige Materialien und ein intelligenter Umgang mit dem Bestand.
Die BAU PreView griff diese Perspektiven auf und stellte die Frage, wie künftig nicht nur mehr, sondern auch einfacher, wirtschaftlicher und ressourcenschonender gebaut werden kann. Eine Gesprächsrunde mit Expertinnen und Experten beleuchtete dazu aktuelle Lösungsansätze aus Architektur, Bauwirtschaft, Immobilienwirtschaft und Industrie
Bauen und Wohnen unter wirtschaftlichem Druck
In seiner Keynote ordnete Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Bauen und Wohnen in Deutschland ein. Dabei richtete er den Blick insbesondere auf Wohnungsmangel, hohe Baukosten und strukturelle Hemmnisse. Wichtige Hebel sah Fratzscher in schnelleren Genehmigungen, geringeren Baukosten, mehr Wettbewerb sowie einer höheren Produktivität und Innovationsbereitschaft der Bauwirtschaft. Zugleich warnte er davor, den Standort Deutschland schlechter zu reden: Mittelstand, innovative Unternehmen und eine hohe Anpassungsfähigkeit böten weiterhin gute Voraussetzungen – entscheidend sei, notwendige Veränderungen konsequent umzusetzen.
Einfacher bauen, klüger umbauen: Wege aus dem Zielkonflikt
Wie bezahlbares Bauen wieder schneller und produktiver werden kann, stand im Mittelpunkt der Gesprächsrunde „Einfacher bauen, klüger umbauen: Wie lösen wir den Zielkonflikt zwischen Bedarf, Kosten und Qualität?“. Vertreter aus Wirtschaft, Baugewerbe und Bestandsentwicklung diskutierten gemeinsam mit Prof. Marcel Fratzscher, wo die größten Hemmnisse liegen – bei Baukosten, Regulierung oder mangelnder Produktivität. Im Fokus standen außerdem das Verhältnis von Neubau und Bestand, die Chancen modularer und serieller Bauweisen, der Umgang mit Normen und Effizienzanforderungen sowie die Rolle von Digitalisierung und neuen Produktionsmethoden für schnelleres und wirtschaftlicheres Bauen.
BAU Insider präsentierten Leitthemen 2027
Ergänzend zur Diskussion über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Branche stellten die Markenbotschafterinnen und Markenbotschafter der BAU die Leitthemen der Messe anhand persönlicher Praxisbeispiele vor. Unter anderem sprach Gerda Söhngen über langlebige und ressourcenschonende Lösungen, Christoph Krause betonte die Wichtigkeit der Digitalisierung und sprach sich für ein höheres Tempo bei der Transformation aus und aus Sicht von Julian Waning sollten Produkte, Systeme und digitale Lösungen viel früher in Planungsprozesse integriert werden.
Abgerundet wurde die BAU PreView mit einem Ausblick auf das neue Messeformat BLACK BOX, das erstmals auf der BAU 2027 in Halle B0 stattfinden wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich unter anderem über Lichtbetonmuster und Elemente eines Holzbausystems informieren sowie einen Bauroboter aus unmittelbarer Nähe in Aktion erleben.
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